Der Freilauf

Ausheben

Beim Ausheben soll im schleswig-holsteinischen Ruderleitbild der Rücken fest sein. Ausdrücklich ist hierzu weder bei Nolte in der Rudersport 34/1982 noch bei Altenburg und Mattes in der Rudersport 1/2002 etwas gesagt. Indirekt lässt es sich aber aus der weiteren Beschreibung der beiden schließen.

Vorführen der Hände bis zum Knie

Im RVSH-Leitbild sollen erst Arme und Rücken gemeinsam vorgebracht werden. Nolte führt hierzu aus: „Aus der äußersten Rücklage erfolgt ohne besonderen Ruck die Handbewegung in Richtung Heck. Gleichzeitig, aber etwas weniger schnell, erfolgt die Verkleinerung des Hüftwinkels. … Die Hände sollten weder in der Rückenlage liegen bleiben, sie sollten aber auch nicht besonders beschleunigt werden. … Im Moment wo die Hände über die Knie hinweg geführt sind, beträgt der Rumpfwinkel 0° und die Kniebewegung setzt ein.“

Altenburg und Mattes fordern für das rudertechnische Leitbild des Deutschen Ruderverbandes: „Sobald die Blätter vom Wasser frei sind, beginnt das ‚Händeweg’. Der Oberkörper folgt unmittelbar der Heckwärtsbewegung der Innenhebel, so dass die Hände nicht zu weit vom Körper weggehen. Das fließende Vorführen der Innenhebel bei gleichzeitiger Mitnahme des Oberkörpers vollzieht sich in gleicher Geschwindigkeit wie das Heranführen des Innenhebels im Endzug.

Freilauf – Teil I

Wenn die Hände über den Knien sind, sollen im RVSH Arme, Rücken und Beine gemeinsam vorgebracht werden. Das heißt, während des ersten Teils des Vorrollens wird der Oberkörper bereits in die Vorlage gebracht und die Arme werden vollständig gestreckt. Nolte führt aus: „Auch das Anrollen soll nicht ruckartig erfolgen. Die Rollgeschwindigkeit soll langsam und stetig ansteigen. Die Arme sind inzwischen vollständig gestreckt, und während der restlichen Bewegung in die Auslage beugen Knie und Hüfte gleichzeitig und gleichmäßig.“ Altenburg und Mattes beschreiben: „Sobald sich die Schultern über bzw. vor dem Rollsitz befinden und sich die Hände über den Knien befinden, beginnt mit fließendem Übergang das Rollen. Der Rollsitz wird über das aktive und gleichmäßige Heranziehen der Füße an das Stemmbrett bewegt. Die Schultern überholen den Rollsitz und befinden sich beim weiteren Heranziehen an das Stemmbrett vor dem Rollsitz (Vorlageposition).“

Freilauf – Teil II

Diese Phase wird nur im Leitbild des RVSH beschrieben. Dort sollen zuletzt nur die Beine aktiv sein, auf den letzten Zentimetern des Vorrollens soll nach unserem Leitbild der Oberkörper bereits seine Vorlageposition eingenommen haben und auch die Arme vollständig gestreckt sein. Diese Vorstellung muss aber nicht im Widerspruch zu den Leitbildern von Nolte und Altenburg und Mattes stehen.

Denn auch Nolte erwähnt relativ früh die gestreckten Arme und Altenburg und Mattes die eingenommene Vorlageposition. Wir haben im Ruderverband in der Checkliste diesen Punkt vor allem aufgenommen, weil der beliebte Fehler des Nachstreckens beim letzten Teil des Vorrollens oder in der Vorlageposition selber sonst nicht auszuwerten wäre.

Reinhart Grahn

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